Kleine Ventilkunde

Diskutiere Kleine Ventilkunde im Allgemeine KFZ-Technik Forum im Bereich Technik und Tuning; Da ich neue Felgen auf mein Auto mache ist mir eingefallen, dass ich auch neue Ventile brauche, die langen Standard-Gummiventile hat...

  1. #1 Viscount, 15.06.2015
    Zuletzt bearbeitet: 17.07.2015
    Viscount

    Viscount Mazda-Forum User

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    Da ich neue Felgen auf mein Auto mache ist mir eingefallen, dass ich auch neue Ventile brauche, die langen Standard-Gummiventile hat wahrscheinlich jede Werkstatt zum Reifenwechsel auf Lager.
    Aber ich wollte jetzt zu den neuen Felgen schönere Ventile. Darum habe ich mal recherchiert welche Alternativen es gibt und dieses Wissen will ich euch nicht vorenthalten. ;)

    Generell

    Bekannte Hersteller von PKW-Ventilen sind Alligator und Schrader. Der gängigste Ventillochdurchmesser bei PKW-Felgen ist 11,3 mm, seltener sind Durchmesser von 8,3 mm (nur Metall), 8,8 mm (nur Gummi), 9,7 mm (nur Metall) und 15,7 mm
    Die Schutzkappen besitzen innen eine Gummidichtung gegen Korrosion und dienen im Falle einer Ventilundichtigkeit der provisorischen Abdichtung. Es gab eine Zeit lang einen Trend, dass man Reifen mit Stickstoff füllen sollte, sogenanntes "Reifengas".
    Dieses wird in den Reifen von Verkehrsflugzeugen und Formel-1 Wagen verwendet um die Brandgefahr bei zu heißen Reifen zu minimieren. Ein weiterer Vorteil sollte die geringere Oxidation der Ventilteile im Inneren darstellen.
    Da normale Luft aber bereits aus 78% Stickstoff besteht und die Wahrscheinlichkeit eines überhitzten PKW-Reifens sehr gering war hat sich dieser Trend nicht durchgesetzt. Desweiteren war es unwirtschatflich für die Verbraucher.
    Mit Reifengas befüllte Reifen wurden üblicherweise mit grünen Ventilkappen gekennzeichnet.

    In der ABE eurer Felgen solltet ihr die das Ventillochmesser und die erlaubte Ventilart finden. Bei meinen Felgen lauten die Auflagen des Kraftfahrtbundesamtes wie folgt:

    Snap-In Ventile

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    Dies sind die meistverwendeten Ventile an Autos. Sie bestehen aus dem Messing-Ventil innen und einer Gummihülse außen. Die Schutzkappe besteht aus Kunststoff oder (vernickeltem) Messing.
    Da sie bei extremen Zentrifugalkräften theoretisch abreißen können werden sie bis 210 km/h empfohlen. Warum einige Fahrzeughersteller auch Fahrzeuge, welche eine Höchstgeschwindigkeit weit jenseits der 210 km/h besitzen, mit Gummiventilen ausstatten habe ich noch nicht herausgefunden.

    Snap-In Ventile sind üblicherweise für Drücke bis 4,5 bar geeignet.

    Vorteile: Leicht, günstig, flexibel
    Nachteile: Unschöne Optik, für sehr hohe Geschwindigkeiten nicht geeignet, Gummi wird mit der Zeit spröde


    Metallventile (auch "Clamp-In Ventile" genannt)

    - Messing- oder vernickelte Messingventile

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    Messingventile haben eine Hülse aus blankem oder vernickeltem Messing. Der Ventileinsatz ist ebenfalls blankes oder vernickeltes Messing.
    Sie werden von innen gerade durch das Ventilloch gesteckt und dann außen mit einer Mutter fixiert. Die Dichtung befindet sich im felgeninneren Teil. An der Unterseite der Mutter kann sich eine Plastikkappe befinden welche die Felge vor Kratzern schützt.

    Clamp-In Ventile sind üblicherweise für Drücke bis 14 bar geeignet.

    Vorteile: Für hohe Geschwindigkeiten geeignet, bessere Optik, wird nicht spröde
    Nachteile: Hohes Gewicht, bei langen Ventilen Bruchgefahr bei Bordsteinkontakt


    - Aluventile

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    Aluventile haben eine Hülse aus Aluminium und im Inneren ein Ventil aus vernickeltem Messing (pures Messing würde mit dem Aluminum zu stark korrodieren).

    Wichtig bei Aluventilen ist, dass man keine Messing-Ventilkappen verwendet, da die Metalle sonst korrodieren. Umgekehrt sollte man auch keine Aluminium-Ventilkappen auf Messing-Ventile schrauben. Kunststoffkappen sind auf allen Materialien problemlos.

    Ursache der Korrosion ist der Kupferanteil im Messing welcher eine hohe Potenzialdifferenz zum Aluminium hat.

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    Vorteile: Leichter als Messing-Ventile, auch passend farbig eloxiert zu Felgenfarben
    Nachteile: Korrodieren leicht, höhere Bruchgefahr als Messing-Ventile


    - Versteckte Ventile

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    Diese Ventile sind so kurz wie möglich und man benötigt zum Auffüllen der Reifen einen beiliegenden Verlängerungs-Adapter, zum Entfernen der Schutzkapen dient entweder die andere Seite des Adapters oder separates Werkzeug.
    Achtung: Hier gibt es nicht-geprüfte Ventile welche keine Zulassung haben. Bekannte versteckte Ventile mit Zulassung gibt es z.B. von OptiVent.

    Vorteile: Schönere Optik, leichter zu reinigende Felgen (manuell und maschinell)
    Nachteil: Oft verlorenes Werkzeug oder Adapter, höherer Aufwand beim Reifen befüllen


    RDK/TPMS

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    Aktiv

    Ein Reifendruckkontrollsystem oder auf Englisch Tyre Pressure Measurement System ist ein batteriebetriebener Sensor welcher im Inneren der Felge auf dem Ventilende sitzt und per Funk den Reifendruck an den Bordcomputer des Autos überträgt.

    Eine externe Version davon gibt es ebenfalls, dann sitzt der Sensor außen auf dem Ventilgewinde wo sonst die Ventilkappe sitzt. Diese Ausführung ist für die Nachrüstung eines RDK geeignet.

    Es gibt auch interne RDK zum Nachrüsten. Diese haben dann ein kleines Empfängermodul mit Display zum Befestigen am Armaturenbrett.
    [​IMG]

    Passiv

    Bei einem passiven RDK gibt es, durch nicht vorhande Luftdrucksensoren, keine genauen Luftdruckwerte, hier wird durch die ABS/ESP-Sensoren ein möglicher Verlust an Reifenluft angezeigt. Durch geringeren Luftdruck verrringert sich der Umfang des Reifens wodurch er sich dann schneller dreht. Das System vergleicht die Geschwindigkeiten aller Räder untereinander, hätten alle Reifen gleichzeitig den gleichen Druckverlust dann funktioniert das System nicht.

    Diese Variante ist für die Fahrzeughersteller deutlich günstiger da nur die Software angepasst werden muss.


    Empfehlung

    Bei Fahrzeugen bis 210 km/h reichen die Standard Snap-In Ventile, am besten die kurzen (33 mm Gesamtlänge) welche auch für Motorräder verwendet werden.

    Metallventile für Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit jenseits der 210 km/h und für eine bessere Optik.

    Aluventile nur für Sommerfahrzeuge oder Sommerfelgen, da sie im Winter durch das Salz zu stark korrodieren. Inzwischen gibt es aber auch lackierte oder eloxierte Aluventile die auch für den Wintereinsatz geeignet sind.

    RDK-Ventile sind meines Wissens meistens aus Aluminium um das erhöhte Gewicht durch den Sensor zu kompensieren.

    Versteckte Ventile würde ich nicht empfehlen, da ein Verlust der Adapter oder Werkzeuge sehr wahrscheinlich ist und man durch den größeren Aufwand den Luftdruck eher seltener prüft.



    Für ergänzende Informationen von euch die ich jetzt nicht aufgeführt habe wäre ich dankbar.


    Die Bildrechte der verwendeten Ventil-Bilder liegen bei der ALLIGATOR Ventilfabrik GmbH
     
Thema: Kleine Ventilkunde
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