Die Gti - Generation ist zu Alt geworden

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  1. Dom

    Dom Stammgast

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    Hier ein kleiner Text über die Veränderungen der Autos bei Mazda.

    Hier am beispiel Sassou dargestellt:

    Original auf Spiegel Online zu finden:

    Viel Spaß


    Die GTI-Generation ist zu alt geworden"

    Von Tom Grünweg

    Mazda stärkt die Rolle seiner Designstudios in Japan, Kalifornien und Europa. Auf den großen Messen dürfen sie deshalb je eine eigene Studie enthüllen. Den Anfang macht auf der IAA der Sassou, der unter der Regie von Peter Birtwhistle in Oberursel entstand.

    "Zoom Zoom" alleine macht nicht glücklich. Das wissen auch die Entscheider bei Mazda, die zumindest in Deutschland noch immer ein Problem damit haben, wenn sie den Kunden die Bedeutung ihres Marken-Mottos erklären sollen. Zwar ist die hinter der englischen Ausgabe des deutschen "Brumm Brumm" verborgene Begeisterung für die Mobilität bei manchen Modellen tatsächlich zu spüren. Doch so ganz haben die Japaner den mausgrauen Mantel noch nicht abgelegt.

    Mazda Sassou: Studie eines dreitürigen Kleinwagens, die Trends setzen soll
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    Mazda Sassou: Studie eines dreitürigen Kleinwagens, die Trends setzen soll
    Deshalb setzen sie nun noch mehr auf die Überzeugungskraft der schönen Form und stärken die Position ihrer so genannten Advanced-Design-Studios in Yokohama (Japan), Irvine (Kalifornien) und Oberursel (Deutschland). Mit einer Trilogie von Showcars sollen die auf den Messen in Frankfurt, Tokio und Detroit deutlich machen, wohin die Reise für Mazda gehen könnte und welche stilistischen Eigenheiten jede dieser Regionen in künftige Produkte einbringen kann. Den Auftakt macht jetzt auf der IAA die Studie "Sassou", die als kompakter Dreitürer gegen den VW Polo von übermorgen antritt.

    "Anders als die Kollegen auf den anderen Kontinenten haben wir uns für ein Fahrzeug im B-Segment entschieden," sagt Designer Peter Birtwhistle, der das Studio in Deutschland leitet. "Und zwar nicht nur, weil dieses Segment in Europa die größte Bedeutung hat und weil wir bald einen Nachfolger für den Mazda 2 brauchen." Vielmehr wolle er beweisen, dass ein Kleinwagen keine lästige Pflichtübung unter dem Diktat der Kosten sein müsse, sondern gerade für junge Erstkäufer attraktiv sein könne. "Wie haben uns gefragt, welches Auto sich ein Führerscheinneuling heute kaufen würde. Und wir haben unsere Kinder nach ihren Wünschen gefragt", erinnert sich Birtwhistle an die Diskussionen mit seinem 15-jährigen Sohn. "Dabei haben wir schnell gemerkt, dass die GTI-Generation mittlerweile alt geworden ist."

    Sassou-Cockpit: Lichter pulsieren unter einer milchigen Plastikoberfläche
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    Jürgen Pander
    Sassou-Cockpit: Lichter pulsieren unter einer milchigen Plastikoberfläche
    Wichtiger als PS sind modernen Teenagern offenbar Bits und Bytes. "Die künftigen Fahranfänger wollen sich auf der Straße nicht unbedingt austoben, sondern definieren ihren Wagen über die Kommunikations- und Entertainmentfunktionen", sagt der Chefkreative aus Oberursel. "Wer den MP3-Spieler oder das Multimedia-Handy als Statussymbol trägt, der braucht im Auto keinen Turbo, sondern eine USB-Schnittstelle." Diesen Geist wollte Birtwhistle mit dem Sassou einfangen und hat das Konzept des Autos deshalb um einen USB-Stick herum gestrickt. "Er dient als Türöffner und als Schlüssel zur eingebauten Festplatte, die alle Funktionen des Showcars steuert." Mit diesem Stick bringt man seine Musik mit in den Wagen, bearbeitet daheim am Computer die Navigation, und auf dem Stick sind auch Sitzposition sowie die persönliche Klimaeinstellung gespeichert.

    Bei der Auswahl der Materialien macht Birtwhistle aus der Not eine Tugend: "Wir glauben, dass sich viele Leute an Leder oder Alu satt gesehen haben. Außerdem kann sich das in dieser Klasse kaum jemand leisten." Deshalb setzt Mazda auf Kunststoff. Doch statt schwarzer Plastiklandschaften gibt es eine helle und lichtdurchlässige Welt, die mit babyblauen Konsolen, weißen Applikationen, transparenten Bedienelementen und rasenden Lichtpunkten auf markierten Datenbahnen so aussieht, wie man sich das Innenleben eines Apple-Rechners vorstellen würde.

    Heckleuchte des Sassou: Oberflächen wie Reispapier, die das Darunterliegende nur vage andeuten
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    Heckleuchte des Sassou: Oberflächen wie Reispapier, die das Darunterliegende nur vage andeuten
    Obwohl der Sassou den europäischen Geschmack treffen und die Stärken des Studios im hessischen Oberursel unterstreichen soll, haben sich die Designer von japanischen Traditionen inspirieren lassen. "Unser Vorbild für viele Details in der Karosserie und im Innenraum waren die Shoji-Türen und -Trennwände", sagt Birtwhistle. "So, wie diese halbtransparenten Raumteiler aus Reispapier in japanischen Wohnhäusern oder Restaurants die Privatsphäre markieren, filtern sie auch beim Sassou den Blick." Was dahinter liegt, könne man zwar erahnen, aber nicht richtig erkennen. "Doch wenn der Wagen in Aktion ist, erlebt der Betrachtern ein paar versteckte Überraschung und erkennt immer wieder neue Details", sagt der Designer und verweist auf die hinter milchigem Kunststoff verborgenen Blinker, die nur in Aktion zu sehen sind.

    Dass der "europäische" Entwurf japanische Eigenheiten zitiert, ist für Birtwhistle keine Frage der kontinentalen Identität, denn die Geschmäcker seien sich mittlerweile viel näher gekommen. "Als ich vor 17 Jahren bei Mazda angefangen habe, wären ein europäischer und ein japanischer Sassou zwei grundverschiedene Autos geworden", sagt Birtwhistle. Heute jedoch seien die Unterschiede sehr viel kleiner, und die minimalistischen Strömungen etwa von Feng Shui und Zen kommen auch in Europa gut an. "Wahrscheinlich sogar besser als in Japan", sinniert Birtwhistle und vermutet, dass der Sassou den Japanern wohl zu nüchtern wäre. "Da müsste wahrscheinlich etwas mehr Aktion in den Innenraum, ein paar zusätzliche Displays und mehr blinkende Lichter." Und auch die hier eingesetzten Kunststoffe würden wohl keine Verwendung finden. "Bei Studien mögen es die Kollegen im Designcenter in Yokohama gerne etwas exotisch."

    Sassou-Innenraum: Klarer, heller Look der iPod-Generation
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    Sassou-Innenraum: Klarer, heller Look der iPod-Generation
    Ein völlig anderes Auto wäre allerdings bei einem Entwurf aus dem dritten Designcenter in Irvine in Kalifornien herausgekommen. "Dieses Design wäre amerikanischen Kunden viel zu klar, kühl und nüchtern", schätzt Birtwhistle: "Dort hätte man das Auto etwas schwerfälliger und bulliger entworfen, dicke Radläufe an die Flanken gezeichnet und die Nähe zum SUV gesucht." Und auch innen wäre der Sassou nicht wie ein iPod auf Rädern gestaltet worden. "Damit amerikanische Kids an diesem Auto gefallen finden könnten, müssten es schon runde Analoginstrumente, Lack und Leder sein - so wie in einem echten GTI."

    Wie weit der europäische Gedanke im Mazda-Design trägt, bleibt noch abzuwarten. Denn der Weg von der Vision zur Wirklichkeit hat viele Hürden. Zwar braucht die Ford-Tochter in zwei, drei Jahren einen Nachfolger für den Mazda 2. "Und der Sassou zeigt schon einmal, welche Richtung wir uns in Europa für ein neues Einstiegsmodell wünschen." Doch entschieden ist noch nichts. Davor stehen zahlreiche Runden eines internen Wettbewerbs aller Designstudios, die kein Entwurf ohne Änderungen übersteht. "Dann dürfen auch die Japaner und die Amerikaner wieder mitreden."

    Aber selbst wenn der europäische Sassou-Entwurf als Sieger aus den Vorstandsrunden und Produktkliniken hervorgehen würde, blieben viele pfiffige Details auf der Strecke: "Das ist ein Showcar, das Trends setzten und Ideen verdeutlichen will. Nicht alles davon lässt sich technisch bereits in der Serie umsetzen", sagt Birtwhistle und verweist auf die Rückbank, die mit aufblasbaren Luftkissen vom Zwei- zum Einsitzer umgestaltet werden kann. "Doch für Lösungen wie den USB-Stick, die Interaktivität und diesen transparenten, klaren und hellen Look der iPod-Generation würde ich schon kämpfen."
     
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